Was macht Dich zum SAP Business Intelligence (BI) Berater?

Autoren: Sebastian Uhlig und Mirjam Bartsch
Die NextLytics AG (https://www.nextlytics.com/de/) ist ein spezialisierter Beratungs-, Technologie und Prozessdienstleister im SAP BI / SAP BW Umfeld sowie zertifizierter SAP Silver Partner. Namhafte DAX-30 Unternehmen vertrauen seit Jahren auf unsere Beratungsleistungen und schätzen unseren Ansatz, mit tiefem Prozess-Know-How, aktuellstem Wissen über die neuesten SAP-Technologien und hoher sozialer Kompetenz Kundenprojekte erfolgreich zu realisieren.

Heutzutage benötigen SAP Business Intelligence (BI) Berater vielfältige Kenntnisse und Fähigkeiten, um erfolgreich sein zu können. In diesem Artikel möchten wir einige Aspekte ausführlicher beleuchten.

Technisches und betriebswirtschaftliches Know-How

Der aktuelle Fortschritt der Digitalisierung nimmt überall Fahrt auf. So erleben wir derzeit einen Paradigmenwechsel auch in der SAP Welt. Aufgrund immer größerer Datenmengen gewinnen SAP HANA Datenbanken zunehmend an Bedeutung. Daraus folgend ändern sich natürlich auch die Anforderungen an einen SAP-Berater. Wo früher ABAP Kenntnisse essentiell waren, wird künftig immer mehr reines SQL Know-How für die Programmiersprache SQLScript wichtig. Ebenso muss das Architekturverständnis von Daten - wie z.B. das über die neue integrierte Schichtenarchitektur Layered Scalable Architecture – LSA++ erweitert werden - um SAP BW HANA Projekte weiterhin erfolgreich steuern zu können.

Neben der SAP Backend-Welt gehört darüber hinaus auch ein fundiertes Frontend Know-How zum ausgewogenen Repertoire eines guten SAP BI-Beraters. Neben dem Query Designer sollte man als SAP Berater daher mindestens noch ein weiteres Frontend Werkzeug beherrschen können. Und warum sollte es hier anders sein: Auch dieser Bereich entwickelt sich rasant und stetig weiter. Aus diesem Grund sollte man sich frühzeitig direkt schon mit der SAP Analytics Cloud (SAC) Innovation vertraut machen, da diese Lösung künftig aus keinem SAP basierten Frontend-Alltag wegzudenken sein wird. Verfügst Du bislang also noch nicht über ein Lumira Designer Know-How, brauchst Du Dir dieses Wissen auch gar nicht mehr anzueignen. Die Zukunft funktioniert cloudbasiert und SAC wird in aller Unternehmensmunde sein, die auf SAP Frontend Lösungen setzen.

Neben all dem technischen Wissen ist jedoch auch ein betriebswirtschaftliches Verständnis über unternehmerische Abläufe und Prozesse notwendig, um in der Beratung wirklich erfolgreich sein zu können. Nur wer die Entstehung von Daten aus dem Gesamtzusammenhang versteht, ist auch in der Lage, ein effizientes Reporting dafür zu erstellen.

Kenntnisse im Projektmanagement

Projekte gehören für SAP Business Intelligence Berater zum bekannten Alltag. Daher wird es keinen verwundern, dass entsprechende Kenntnisse von agilen Projektmanagement-Methoden wie z.B. Scrum für den Arbeitsalltag nicht fehlen dürfen. Wo zunehmend größere Projekte mit verschiedenen Teams nach der Scrum Methodik umgesetzt werden, erfolgt die Umsetzung von kleineren Projekten noch nach dem klassischen Wasserfall Modell. Es ist somit wichtig, dass Du als Berater auch die Phasen dieser Methode kennst und beherrschst. Abschließend ist neben der Auswahl und Anwendung der Projektmethodik zusätzlich noch die persönliche Selbstorganisation essentiell für eine gute Projektarbeit. Denn wer vom Hundertsten ins Tausendste kommt, schafft am Ende gar nichts weg. Da hilft selbst die beste Projektmethode nichts mehr.

Soft Skills runden das Profil ab

Wie bis hierher aufgezeigt, dürfen Kenntnisse der Technik sowie des Projektmanagements nicht vernachlässigt werden und sind gleichermaßen wichtig für einen guten SAP BI Berater. Allerdings arbeitest Du als Berater vor allem auch mit Menschen zusammen, sodass aus diesem Grund die sogenannten Soft Skills natürlich nicht fehlen dürfen. Zu Deinen Aufgaben gehört es, in Projekten Anforderungen aufzunehmen und neue Impulse zu setzen. Dementsprechend müssen Berater ihre Kommunikationsfähigkeit trainieren und stets unter Beweis stellen.

Im Rahmen der beauftragten Projekte hast Du in der Regel mit verschiedenen komplexen Fragestellungen zu tun, die nun durch das Projekt aufgelöst werden sollen. Als erfolgreicher SAP BI Berater musst Du an dieser Stelle in der Lage sein, mit einer analytischen Denkweise komplexe Zusammenhänge schnell zu durchschauen und in einzelne Unteraspekte auseinanderzubrechen.

Auch treten bei Projekten spontane unumgängliche Probleme auf, die den Projektablauf empfindlich stören können. Wie Du mit diesen umgehst und sie auflöst, bestimmt wie erfolgreich Du als Berater sein wirst. Verfällst Du in kopflosen Aktionismus und verbreitest operative Hektik oder bewahrst Du einen kühlen Kopf und ermöglichst so den weiteren erfolgreichen Projektverlauf? Berater, die vorausschauend denken und lösungsorientiert handeln, haben es hierbei leichter.

Natürlich unterstützt einen hierbei auch die bisher gemachte Erfahrung aus früheren Projekten. Generell sind Projekterfahrungen für SAP BI Berater eine wichtige Referenzquelle und sollten - sofern vorhanden - auch vorgewiesen werden können. Erfahrungen erweitern stetig das notwendige Know-How und schulen in der Auswahl und Durchführung der richtigen Projektmethodologie. Zudem schärfen Erfahrungen auch die Fähigkeit, plausible Einschätzungen über die Durchführbarkeit eines Projektes bzw. über die Realisierung einzelner Anforderungen vornehmen zu können. Wer bei allem allzu enthusiastisch ist, verfügt vermutlich nicht über ausreichend spezifische Erfahrungen, um realistische Einschätzungen abgeben zu können. Abschließend ist noch zu sagen, dass Deine Reputation als Berater über Profile im Internet z.B. bei XING und LinkedIn überprüfbar sein sollte. Auch hier musst Du Dir Deiner Sichtbarkeit und Wirkung bewusst sein und diese entsprechend gestalten.

Eine weitere zusätzliche Herausforderung an die soziale Kompetenz eines Beraters stellt seine Teamfähigkeit dar. Als externer Mitarbeiter, der temporär in ein Unternehmen eintritt, muss man sich als Teamplayer in die vorhandenen Teams integrieren können und sollte nicht als Einzelkämpfer außen vor bleiben. Gerade im Bereich der Business Intelligence gehört die Zusammenarbeit mit Mitarbeitern aus verschiedenen Abteilungen zum Alltag. Ein ausgeprägtes Breitenwissen unterstützt dabei, Anliegen von Mitarbeitern anderer Fachrichtungen besser verstehen und die Kommunikation reibungsloser gestalten zu können. Außerdem gelingt es, die Bedeutung verschiedener Disziplinen für die Lösung von Aufgaben zu erkennen und man bringt sich gleichzeitig effektiv und effizient in ein Team ein. Im Projektmanagement ist der Blick für das große Ganze und das Verständnis über all die einzelnen Bereiche somit unabdingbar, um Projektteams erfolgreich koordinieren und leiten zu können.

Da Projekte in der Regel bei verschiedenen Kunden vor Ort realisiert werden, muss ein guter Berater schließlich auch die dafür notwendige Reisebereitschaft und Flexibilität mitbringen. In der Regel befinden sich Berater vier Tage beim Kunden vor Ort und arbeiten einen Tag vom Büro bzw. von Zuhause aus.

Schlussendlich läuft alles auf die individuelle Spezialisierung eines Beraters hinaus, die darüber entscheidet, ob es zum Projekteinsatz kommt oder nicht. Handelt es sich um einen “Zehnkämpfer” oder besitzt der Berater ein messerscharfes Profil? Wer der Meinung ist, auf allen Gebieten ein Experte zu sein, kann vermutlich gar nichts wirklich richtig. Grundsätzlich kann man sagen, dass es Spezialisten leichter haben. Einen besonders erfolgreichen SAP BI Berater erkennt man jedoch daran, dass er die Stärken eines Generalisten und die eines Spezialisten in sich vereint: Anstatt viele Dinge nur halbwegs zu beherrschen oder auf nur einem Gebiet ein Experte zu sein, besitzt der Berater mit einem “T-Shaped-Profil” diverse Fähigkeiten und Qualifikationen und ist zusätzlich Experte auf mindestens einem Gebiet.

Zwiespalt von Supportaufgaben

Häufig werden angehenden SAP BI Beratern erste leichte Supportaufgaben übertragen, um für einen direkten Einsatz im Projekt zu sorgen. In diesen Fällen ist für den Berater jedoch Vorsicht geboten. Sicherlich ist es zunächst einmal nicht verkehrt, solche Aufgaben erfüllt oder Supportanfragen gelöst zu haben. Man lernt Problemstellungen kennen, die nach einem Go-live möglicherweise auftreten können und erhält durch den Supporteinsatz den Einstieg in die SAP BI Welt, in der es stets viel zu lernen gibt. Andererseits birgt der Einsatz im Support jedoch das Risiko, den “Absprung” daraus zu versäumen und zu lange auf dieser Position zu verweilen. Im Anschluss als SAP BI Berater für Projekte engagiert zu werden, wird dadurch erheblich erschwert, da man zuvor zu lange nur Supportaufgaben übernommen hat und es darüber hinaus nun an Erfahrungen aus anderen Bereichen fehlt.

Anmerkung: In diesem Beitrag wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten werden dabei ausdrücklich mitgemeint, soweit es für die Aussage erforderlich ist.

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