SAP BTP Use Cases: Digitale Transformation mit vorgefertigten Business-Szenarien starten
Auf der SAP TechEd 2022 stellte SAP zehn konkrete Use Cases für die SAP Business Technology Platform (SAP BTP) vor. Seitdem haben zahlreiche Kunden und Partner erste Erfahrungen mit diesen vorgefertigten Szenarien und den dazugehörigen SAP Discovery Center Missions gesammelt. Zwei Beispiele sind das brasilianische Lebensmittelunternehmen Pif Paf Alimentos und die portugiesische Bank Novo Banco.
Viele dieser Use Cases bieten Unternehmen eine wertvolle Orientierung für ihre Transformation in die Cloud. Andere Szenarien wurden basierend auf Kundenfeedback weiter ausgebaut, um noch mehr praktischen Mehrwert zu liefern. SAP hat deshalb zusätzliche Business-Inhalte und Best Practices ergänzt, die typische Geschäftsprozesse oder Ereignisse als sofort nutzbare Codebausteine innerhalb eines Use Cases bereitstellen.
Diese sogenannten Plug-and-Play-Komponenten ermöglichen es, bewährte Lösungsansätze für reale Geschäftsprobleme schneller umzusetzen. Gleichzeitig wurden dem bestehenden Use-Case-Katalog neue Beispiele hinzugefügt, die moderne Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) oder SAP Build Apps einbinden und zeigen, wie sie in bestehende Unternehmenslandschaften integriert werden können.
Warum SAP BTP Use Cases für Unternehmen so wertvoll sind
Unternehmen und Partner profitieren von den gesammelten Erfahrungen aus realen Projekten. Sie können sich inspirieren lassen, von bestehenden Lösungen lernen und ihre eigene Architektur gezielt weiterentwickeln.
Juergen Mueller, Chief Technology Officer und Mitglied des Vorstands der SAP SE, beschreibt die Idee dahinter so: Unternehmen, die SAP BTP einsetzen, müssen nicht bei null beginnen. Die von SAP entwickelten Use Cases und vorgefertigten Business- und Brancheninhalte zeigen, was möglich ist und helfen dabei, innovative und zukunftssichere Geschäftsprozesse zu entwickeln.
Gleichzeitig gilt: Vorgefertigte Inhalte liefern selten 100 Prozent der Anforderungen. In der Praxis erreichen sie jedoch häufig bereits etwa 80 Prozent der gewünschten Funktionalität. Die verbleibenden spezifischen Anforderungen können Unternehmen anschließend individuell ergänzen.
SAP BTP Use Cases: Von der Idee zur umsetzbaren Lösung
Die konkreten Use Cases und die dazugehörigen Missions zeigen anschaulich, welche Möglichkeiten die Plattform bietet, um reale Geschäftsanforderungen zu erfüllen oder spezifische Herausforderungen zu lösen. Sie richten sich sowohl an Fachbereiche als auch an Entwickler und IT-Architekten und demonstrieren praxisnah, was mit der Plattform technisch möglich ist.
Pif Paf Alimentos entwickelt mobile App für Wartungstechniker
Das brasilianische Unternehmen Pif Paf Alimentos entwickelte innerhalb von weniger als drei Wochen eine mobile Anwendung für seine Wartungstechniker. Ziel war es, administrative Prozesse zu vereinfachen, Papier zu reduzieren und die Effizienz der Techniker im Arbeitsalltag zu erhöhen.
Die neue App funktioniert auch ohne Internetverbindung und verbessert gleichzeitig die Genauigkeit bei der Dokumentation von Wartungsarbeiten.
Da Pif Paf bereits mit SAP-Lösungen wie SAP ERP und der SAP Integration Suite arbeitete, nutzte das Unternehmen zusätzlich SAP Build Apps, um eine funktionsfähige mobile Anwendung schnell zu entwickeln und bereitzustellen.
Der schnelle Implementierungsprozess wurde durch den Low-Code-Ansatz von SAP Build Apps ermöglicht. Über Drag-and-Drop-Oberflächen lassen sich typische App-Komponenten einfach zusammenstellen, ohne umfangreiche Programmierung.
Dieses erfolgreiche Projekt wurde anschließend als Best Practice in der SAP Discovery Center Mission „Use SAP Build Apps to Build Side-by-Side UI Extensions for SAP S/4HANA“ aufgenommen.
Novo Banco: Nachhaltigkeits-App für klimabewusstes Banking
Die portugiesische Bank Novo Banco verfolgte ein anderes Ziel: Sie wollte ihre rund 1,5 Millionen Kunden dabei unterstützen, ihren persönlichen CO₂-Fußabdruck besser zu verstehen und gleichzeitig die Kundenbindung stärken.
Im Fokus stand eine jüngere Zielgruppe zwischen 18 und 30 Jahren. Viele Menschen in dieser Altersgruppe sind sich der globalen Klimaproblematik bewusst, kennen jedoch ihren eigenen ökologischen Fußabdruck nur unzureichend.
Gemeinsam mit SAP und dem Partner Connect Earth entwickelte die Bank eine Lösung auf Basis der SmartCO2nverter-Idee. Dieses Konzept hatte bereits 2021 bei der SAP-Initiative „Save One Billion Lives“ gewonnen.
Die zugrunde liegende Idee: Finanztransaktionen und Zahlungsbewegungen liefern wertvolle Hinweise auf den individuellen CO₂-Fußabdruck eines Menschen. Durch die Analyse von Kontotransaktionen und Ausgabeverhalten können Nutzer besser verstehen, welche Auswirkungen ihr Konsum auf das Klima hat.
Das Projekt begann zunächst als Proof of Concept, entwickelte sich jedoch schnell zu einer skalierbaren Lösung. Die mobile Anwendung basiert auf dem SAP Cloud Application Programming Model sowie React Native auf SAP BTP.
Zusätzlich wurde die Architektur später um ein GPT-Szenario erweitert, das über den Azure OpenAI Service bereitgestellt wird. Dadurch können große Sprachmodelle mit Geschäftskontext kombiniert werden, ohne sensible Daten an externe APIs weiterzugeben.
Skalierung über das SAP Ökosystem
Die Idee, auf Best Practices und Erfahrungen aus dem SAP-Ökosystem aufzubauen, ist nicht neu. Wiederverwendbare Use Cases und Lösungen werden sowohl von SAP selbst als auch von Partnern entwickelt.
Ein Beispiel dafür ist das SAP AppHaus Network. Dieses globale Netzwerk mit rund 20 Partnern hat bereits mehr als 20 Lösungen entwickelt, die im SAP Store verfügbar sind. Darüber hinaus wurden mehrere Missions für das SAP Discovery Center bereitgestellt.
Für Unternehmen bedeutet das: Sie können auf eine stetig wachsende Sammlung erprobter Lösungen zugreifen und so schneller Innovationen entwickeln. Statt bei null zu beginnen, bauen sie auf dem Wissen und den Erfahrungen eines gesamten Ökosystems auf – und gewinnen so eine klare Vorstellung davon, was mit SAP BTP möglich ist.